Menü anzeigen

Hier lebt ein jeder frei!

7 ganze Jahre zog sich das Mädchen ohne Hände im Wald in einer Hütte, über welcher folgender Satz stand, «Hier lebt ein jeder frei», zurück.

7 ganze Jahre brauchte sie, um sich von der eigenen Vergangenheit zu befreien, sich von den Traumatas zu erholen.
Die Verstümmelung nachwachsen zu lassen & den Verrat ins Verständnis zu rufen!

In der planetarischen Sprache sprechen wir auch von einem ganzen Zyklus, welcher immer mit 7 Jahren gerechnet wird. Die Durchquerung eines Zeichens, oder zweier Zeichen!

Das Mädchen ohne Hände ist die Tochter eines armen Müllers, welcher einem vorbeikommenden alten Manne seinen hinter dem Haus liegenden Apfelbaum gegen ein grosses Entgelt verkauft.

«Ich will Dich reich machen, wenn Du mir versprichst was hinter Deiner Mühle steht»!
«Nach 3 Jahren will ich kommen & holen was mir gehört»!

Was der Müller nicht bemerkt, seine schöne Tochter steht genau in diesem Moment vor dem blühenden Baum, kehrt den Hof & wird somit verkauft.

Die Armut, sei es denn die finanzielle oder die emotionale lässt uns oft unaufmerksam werden, macht uns taub oder gar blind! Wenn wir hungrig sind, können wir oftmals nicht mehr denken & unsere Sinne sind disconnected!

So kommt es dann, dass der neue Eigentümer des Baumes, sein "Früchtchen" abholen kommen möchte.

Die Eltern sehen sich gezwungen dem eigenen Kind die Hände abzutrennen. Motiviert, dass es so zu nichts zu gebrauchen wäre.
Auch wird so der Vater geschützt & kommt ohne eigene Busse davon.

Das Mädchen weint schrecklich & der Käufer, sprich der Teufel in Person, hat erbarmen.

Hier geht es auch darum, dass das Mädchen, seiner ersten grossen Liebe, dem Vater die Treue hält ansonsten wäre sie nie fähig gewesen sich die Hände abschlagen zu lassen. In diesem Märchen wird schon ganz am Anfang aufgezeigt, wie stark die Verbindung, die Loyalität vom Kinde zum gegenüber liegendem Elternteil gelebt wird.

In meinen Augen spielt auch noch das Thema Verkauf der eigenen Seele mit hinein.
Wie oft verkaufen wir Menschen unsere Seele oder zumindest Anteile davon, um ein wenig gefühlten oder fassbaren Reichtum zu erhaschen!

Hier wäre wichtig darauf aufmerksam zu machen, dass in den letzten 200 Jahren der Industrialisierung eben das Äussere wichtiger war als das Innere & darum ganz bestimmt auch in dieser Zeit die Armut über die direkte Nahrungsquelle historisch gespiegelt wurde.

In den nächsten 200 Jahren wird es uns am Essen nicht mehr fehlen, jedoch könnte es uns an geistiger Nahrung fehlen, sprich da wäre sie, nur ist die Frage, ob der Grossteil der Menschen sich dieser Nahrung bedienen kann. Also ginge es darum einen Zugang zur geistigen Nahrung zu schaffen. Dies führt jedoch in eine ganz andere Richtung.

Was muss man als Frau oder Mann alles Opfern, um das Leben zu bestehen?

Zurück zum Mädchen, welches nach dem Verlust seiner Hände das Elternhaus verlässt & auf Wanderschaft geht. Gar nicht so einfach ohne Hände!
Das Mädchen liess sich die gekürzten Arme auf den Rücken binden & mit Sonnenaufgang machte sie sich auf den Weg & ging den ganzen Tag, bis es Nacht wurde. Da kam sie zu einem königlichen Garten.
Das feminine Wesen war hungrig, da der Garten mit Wasser umzingelt war konnte sie nicht direkt zum Garten gelangen. Durch ein Gebet ans Himmlische erschien ihr ein Engel, welcher den Fluss zum Trocknen brachte & ihr Zugang zu den Früchten der Bäume ermöglichte.

Da die Früchte gezählt waren, ass sie von Munde eine Birne! Symbolisch stehend für heilende Frucht!

So wird das Mädchen zum Säugling & der Engel symbolisiert die eigene Mutter, welches ihr die Tore zum Garten Edens öffnet. Die Rückkehr ins verlorene Paradies!

Es geht nicht lange & der König dieses Gartens wird auf das schöne Seelenwesen aufmerksam. Er schenkt ihr silberne Hände & schliesst sie schnell ins Herzen. Äusserlich fehlt dem Mädchen nun nichts mehr. Der König liest seiner Geliebten die Wünsche von den Augen ab. Er glaubt sie glücklich gemacht zu haben. Als er dann in den Krieg zieht & das Mädchen ihm seine Schwangerschaft korrespondiert, kommt es zu einem Verwechslungsdrama, so dass das Mädchen sich gezwungen sieht erneut zu fliehen.

Dieses kommunikative Missverständnis treffen wir oft in Beziehungen an bei welchem ein Ursprungsthema zur Mutter oder zum Vater noch nicht ausgeheilt ist. Mann & Frau sprechen also nicht miteinander, sondern nebeneinander durch & es spiegelt sich immer wieder ein altes Trauma der eigenen Eltern hinein. Auch geht es manchmal darum zu verstehen, dass die Familienkultur im Hintergrund gegeneinander rebelliert!

Solange die Verbindung zu der Mutter oder dem Vater nicht geheilt ist, wird auch die eigene Ehe schwierig sein! Denn wie schon am Anfang erwähnt, stellen unsere Eltern über das Kreuz ausgerichtet unsere erste Liebe, Gottmutter & Gottvater darf. Die Schattengestalt erscheint also im König & reaktiviert die kranke Thematik zum Vater!

Das Mädchen flieht mit ihrem Kind in den Wald & gibt sich für die nächsten 7 Jahre der Heilung hin.

Hier wohnt ein jeder frei, steht über der Hütte geschrieben.
Im Häuschen steht wieder ein Engel, welcher das Mädchen aufnimmt & begleitet. Hier geht es darum bei sich anzukommen. Eine Asylstätte für das ICH. Hier darf Sie so sein, wie sie ist! Hier darf sich das Mädchen zeigen. Ein Haus der Gnade.

Jeder von uns braucht ein Haus der Gnade. Das Mädchen hat sich förmlich aus Angst von allen Unabhängig gemacht, um hier zu genesen. So können die Hände nachwachsen! Es kann in seine eigene Kraft zurückkommen.

Das Ziel: Liebe soll glaubhaft sein! Bei beiden Parteien! Mann & Frau!

Parallel begibt sich der König auf die Suche nach seiner grossen Liebe. Ich will suchen soweit der Himmel blau ist. Symbolisch stehend für die Welt: Der König verliert an Gewicht. Auch er lässt alten Ballast los! So balanciert sich die Beziehung. Ein gemeinsamer Reifungsprozess!

Das Mädchen ist nicht mehr bedürftig, sie ist jetzt ganz & frei, dies wiederum ändert die Art von Beziehung in der Zukunft.

Sie ist eine selbständige Persönlichkeit. Er nun ein abgespeckter Mann. Er erkennt seine Geliebte nicht wieder, denn sie hat wieder Hände.
Das geläuterte Paar gönnte sich eine grosse Pause (7 Jahre), um sich neu zu definieren. Die Frage ist passt es so noch!

Dieses Märchen hat mich die letzten 7 Jahre geprägt, geformt & mir Zuversicht sowie Mut gegeben. Noch heute steht vor meiner Tür ein Holzwerk mit dem Satz: Hier lebt ein jeder frei!

Berge ruhn, von Sternen überprächtig aber auch in ihnen flimmert Zeit. Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt obdachlos die Unvergänglichkeit. M. Rilke

Inspiration durch Märchenerzählung von Eugen Drewermann

15.05.2021 Aus der Serie «Energyprint» Zurück zu den letzten Posts

Ich visualisiere, höre & fühle, was ich sein möchte, tue so, als wäre ich bereits dort.