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Wie lange sollte eine Beziehung andauern?

Im Jahre 2020, in welchem die Welt sich um 180 Knoten geändert hat, die Planeten am Himmel uns ein Deja vu von der «Spanischen Grippe» vor 100 Jahren auf die Welt gehaucht haben & wir eine spannende transatlantische Wahl erleben durften, frage ich mich im Rahmen von Limitierungen, Richtlinien & Wahlen wie lange sollte eine partnerschaftliche Beziehung andauern.
Sollten wir vielleicht unsere Beziehung nicht auch einer Kandidatur mit vierjähriger Überprüfung unterziehen & was hätte dies für Folgen im positiven, wie im negativen Sinne für uns?
Was würde mit unserer romantischen Beziehung passieren, wenn wir ihrer Sterblichkeit bewusst werden könnten, dürfen oder gar täten?
Was wäre, wenn wir das Gegenüber nicht für «sicher» hätten?
Was wäre, wenn der Umgang, sei es körperlich, emotional, mental oder gar spirituell für unser zwischenmenschliches Sein eine Rolle spielen könnte?
Was wäre, wenn wir die Möglichkeit hätten uns frei zu entfalten & unsere eigene Seelenentwicklung frei wäre, unseren Partner immer wieder aufs Neue zu wählen oder eben zu verabschieden, zum Wohle der ganzen weltlichen Entwicklung?
Bewegen wir uns nicht alle zusammen als eine Form bewegliche "Masse"?
Wäre dies anmassend oder gar verächtlich?
Warum fühlt es sich natürlich an, einen Job für 4 Jahre anzutreten mit klarer Arbeitszeitbegrenzung?
Warum fühlt es sich gut an, für eine gewisse Zeit zu verreisen, eine Auszeit zu nehmen, einen Mietvertrag mit Kündigungsfrist abzuschliessen, sich für 10 Tage in Quarantäne verbannen zu lassen, einem einzigen Menschen die Kraft & Macht für 4 Jahre in die Hand zu legen & auf der anderen Seite streben wir Liebesbeziehungen an, welche wünschenswert bis ans Ende des Lebens dauern sollten?
Warum also in den Beziehungen?

Wie heisst es so schön, es ist nicht die Kunst diese Fragen zu beantworten, sondern sie in den Raum zu stellen & sich selber zu überlassen. Sie wie ein Gemälde entstehen zu lassen.
Sie zu beobachten, wohin sie uns in unserer eigenen Biographie führen & auf welche Ursprungswunde sie uns zurückwerfen.

Und trotzdem gibt es da sicherlich eine Grundangst, welche uns allesamt zusammenführt. Das Gefühl der Einsamkeit. Gerade in diesem Jahr durften wir uns mit diesem Wort sehr stark bewusst oder gar unbewusst beschäftigen.

Einsam, weil man in einem Singelhaushalt wohnt, Verlassenheit, weil der Partner trotz Verbindung nicht abrufbar ist, sei es physisch, gefühlstechnisch oder gar im Kopf.
Verlorenheit, weil man in den reifen Jahren gar isoliert wird, oder weil man, wenn man niesst oder hustet als aussätzige Person verdächtigt wird.

Auch im Sport kann man dem Gefühl der Zurückweisung unterliegen, wenn die Gruppe randvoll besetzt ist & man von der Masse mittels Zeichensprache gründlich zu verstehen bekommt, dass man mit der Überschreitung der Teilnehmerzahl alle in Gefahr bringt.
Das Gefühl von Nichtdazugehören, sei es durch das Tragen einer Maske oder durch die überzeugende Verneinung einer auferlegten Entscheidung von oben.

Unter all diesen diesjährlichen Einflüssen habe ich mich also ernsthaft mit der Frage auseinandergesetzt, warum gerade das Beziehungswesen so «unendlich» erlebt werden möchte.
Auch habe ich mich stark mit den vermeidlichen Tabus einer Connection beschäftig. Sprich: Liebe, Lust, Erotik, Tod, Unterschiede von Partnerschaftsmodellen & doch komme ich immer wieder zurück auf den einen Punkt, in welchem alle Partnerschaften gleich sind:
Sie wollen um jeden Preis zusammen alt werden, auch wenn die Umstände so gar nicht dafür geeignet sein könnten.

Könnte es also sein, dass die Beziehung zu einem Du eine Garantie darstellt, da wir über ein Du die Lebendigkeit des Ichs spüren & somit glauben wir wären unsterblich?
Oder fällt uns Menschen die Änderung, das Neue, Unbekannte per sei einfach schwer?

Ich werde mich also dem Thema Sterblichkeit annehmen! Ich glaube mehr & mehr, dass die Sterblichkeit uns sehr viel über das Leben lernen kann & uns viele Tore öffnen kann, wenn wir den Mut aufbringen uns damit zu beschäftigen. Angst ist meiner Meinung nach keine gute Ausrede.

Finde es selber heraus! Dieser Artikel endet wie ein guter Roman oder gar wie ein Spielfilm, von welchem mir mein Bruder vor kurzem erzählt hat, welcher plötzlich in einer Hauptszenerie geendet hat. Wie würdest Du diesen Artikel in Deinen eigenen Gedanken weiterführen? Was für Antworten bekommst Du? Lasse es mich doch wissen.

24.11.2020 Aus der Serie «Begegnungen» Zurück zu den letzten Posts

Ich visualisiere, höre & fühle, was ich sein möchte, tue so, als wäre ich bereits dort.